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Der CIELAB-Farbraum (auch bekannt als CIE L*a*b* oder manchmal abgekürzt als einfacher „Lab“-Farbraum) ist ein 1976 von der CIE (Commission Internationale de l'Eclairage (Internationale Beleuchtungskommission) definierter Farbraum. Er beschreibt Farben als drei Zahlenwerte:

Die L*-Achse kann auch als Neutralgrauachse bezeichnet werden, da sie die Endpunkte Schwarz (L=0) und Weiß (L=100) besitzt und die Zwischenwerte auf dieser Achse die unbunten Grautöne sind.

Die Wahl der Farben (Schwarz/Weiß, Grün/Magneta, Gelb/Blau) für die Achsen geschah auf Grundlage der Gegenfarbentheorie.

Lab enthält mehr Farben als jeder andere Farbraum (RGB, Adobe RGB, CYMK etc.), darunter auch „imaginäre“, die es in der Wirklichkeit nicht gibt.

CIELAB Modell als Kugel

Darstellung des Lab-Farbraums als Kugel. Von den möglichen Koordinaten entspricht nur ein kleiner Teil „sichtbaren“, d. h. wahrnehmbaren Farben.


Mit den Koordinaten L sowie a, b bzw. den davon abgeleiteten Polarkoordinaten h (Hue) und c (Chroma) ist ein räumliches Schema gegeben, mit welchem sich die Beziehungen der Farben untereinander veranschaulichen lassen.

Gleichabständigkeit

Aufgrund der angestrebten, aber nicht vollständig erreichten, Gleichabständigkeit beschreibt CIELAB unsere Farbempfindung besser als das Tristimulusmodell (CIE-XYZ) von 1931.

Mit Gleichabständigkeit ist gemeint das gleich empfundenen Farbunterschiede eine gleich große (numerische) Distanzen im Farbenraum aufweisen.

Farbdifferenzen werden üblicherweise als Euklidischer Abstand der L*a*b*-Werte zweier Farben berechnet und kommuniziert (siehe auch: Delta E (ΔE)).

Geräteunabhängig

Eines der wichtigsten Merkmale des CIELAB-Modells ist, dass es in Bezug auf einen bestimmten Weißpunkt geräteunabhängig ist - es definiert Farben unabhängig davon, wie sie erzeugt oder dargestellt werden.

Das CIELAB-Farbmodell fand weltweite Verbreitung in allen Bereichen der industriellen Farbpraxis. Farbmessgeräte (Spektrometer) zeigen üblicherweise L*a*b*-Farbwerte an, in gebräuchlichen Bildbearbeitungsprogrammen (Adobe Photoshop, Corel GS, GIMP und anderen) kann man CIELAB-Farbwerte direkt eingeben.

Der CIELAB-Farbraum wird typischerweise verwendet, wenn Grafiken für den Druck von RGB nach CMYK konvertiert werden müssen, da der CIELAB-Farbraum sowohl den Gamut von RGB als auch von CMYK umfasst.

Formal ist der Gamut ein geräteabhängiger Begriff, der den Körper im Farbraum, der mit einem Gerät durch innere Farbmischung nachgestellt werden kann.

CIELAB-Farben werden relativ zum Weißpunkt des CIE XYZ-Raums definiert, aus dem sie konvertiert wurden; daher definieren CIELAB-Werte keine absoluten Farben, es sei denn, der Weißpunkt wird ebenfalls angegeben. In der Praxis wird oft davon ausgegangen, dass der Weißpunkt einem Standard folgt und nicht explizit angegeben wird (häufig das CIE-Standard-Leuchtmittel D50).

Vergleich

Im CIE-L*a*b*-Farbmodell, sind Farben genauso wie in RGB durch drei Komponenten definiert, auch Kanäle genannt. Im RGB-Farbraum werden die drei Grundfarben (Rot, Grün und Blau) in unterschiedlichen Helligkeitsabstufungen genutzt.

Im Lab-System werden Helligkeit und Farben getrennt. Der Helligkeitskanal (L*) bestimmt nur die Helligkeit. In den beiden anderen Kanälen liegen die Farbinformationen, und hier sogar für vier Grundfarben: Grün und Magenta (a*-Kanal) und Blau und Gelb (b*-Kanal). Diese, jeweils auf einer Achse liegende, sind Komplementärfarben, deren Mischung Grau ergibt.

Die kalten Farben Grün und Blau haben negative Werte, die warmen Farben Magenta und Gelb positive Werte. In der Mitte, bei jeweils Null für a* und b*, liegen die neutralen Farben, also die Grautöne von Schwarz bis Weiß.

Mischt man die Grundfarben, ergeben sich vier Sekundärfarben: Rot (Magenta + Gelb), Cyan (Blau + Grün), Violett (Magenta + Blau), Gelbgrün (Grün + Gelb).